Die Kunst zu brennen

Meine Leidenschaft für Comics und Sci-Fi wurde vor 30 Jahren geweckt. In einer Dachkammer meiner Nachbarn fand ich Hunderte von Comics und Perry Rhodan Hefte aus den 60-er Jahren. Helden wie Thor, Spinne, Batman und Superman zogen mich in ihren Bann. Dieser hypnotische Reiz hat mich nie wieder los gelassen. Diese Helden hatten nie Probleme im Alltag.
Die Dachkammer wurde zu einer Zeitmaschine, in der ich mich völlig selbst vergessen konnte. Ich konnte in eine Welt eintauchen mit lauter unglaublichen Fähigkeiten und Kräften. Es gab viele Abenteuer zu bestehen und neue Welten zu entdecken. Es spornte meine Phantasie und meine Kräfte der Imagination unendlich an. Dagegen war manchmal die reale Welt recht grau und öde.

30 Jahre später...
Die große Anziehungskraft der komplexen Arbeiten des Godfather of Pop Art, nämlich Andy Warhol, eröffnen mir neue künstlerischen Wege. Sein unermüdliches Streben nach Ruhm und das Bemühen, der größte Künstler aller Zeiten zu werden, inspirieren mich, Träume in die Realität zu holen. Leidenschaft als Weg. Der einzige Weg. Die Kunst für die Kunst auf höchster Flamme zu brennen. Die Kunst zu brennen.
In meinen Arbeiten erforsche und spiele ich mit den Grenzen des Polarisierens. Ich wehre mich nicht mehr gegen den gewaltigen Sog durch die Prägung von Comics und Sci-Fi, sondern im Gegenteil, ich nutze sie, um in meinen Arbeiten Dinge und Ereignisse noch bildhafter und übertriebener gestalten zu können.
Es fällt mir jetzt leichter, die Vielfalt des Materiellen auszudrücken und zu erforschen. In meinen Arbeiten verwende ich alles, was mir über den Weg läuft.Dynamic art, urban art,information art,cyberart,Medienkunst, Ausstellungen, Messen, Alltag, Facebook, sowie Bilder aus dem gesamten Internet.
Bei meinen digitalen Werken arbeite ich genauso wie bei meiner Bildhauerei. Kopf leeren, nur Impulsen folgen, die mich wirklich faszinieren.
Spontane Gedanken sind mir wichtiger als vorher festgelegte Konzepte. Hierbei hilft mir meine Einstellung zum ZEN. Nie gleiche Wege gehen zu wollen, sowie stets eine Einladung oder ein Ritual für das Unbekannte zu zelebrieren.
In diesem Sinne frohes Schaffen für alle!
Es lebe die zeitgenössische Kunst!

Hilmar Jess

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